You are currently browsing the category archive for the ‘Bad Freienwalde’ category.

Den Naziaufmarsch am 7. November 2009 in Halle stoppen!

Wer hätte das gedacht: Nicht einmal fünf Monate, nachdem die Witzfiguren der halleschen Jungen Nationaldemokraten (JN) und ihr dumpfbackiger Anhang am 17.Juni mit einer Klatsche nach Hause geschickt wurden, wollen sie sich am 7.November erneut vor Provinzfotografen, entnervten Polizeibeamten und den Kameras des MDR-Fernsehens lächerlich machen.

Banner

Warum die Nazis diesmal demonstrieren ist dabei so egal wie beliebig. Ob sie gegen so genannte „Kinderschänder“ agitieren, sich über „linke Gewalt“ ereifern, sich für die Rettung von Pelztieren nackt ausziehen, von der Volksrevolution 1989 halluzinieren oder sich mit dem Kampf der Hamas gegen Israel solidarisieren: Es spielt keine Rolle. Das Denken eines Nazis ist Wahn; auf Motivsuche zu gehen ist so überflüssig wie der Tritt in einen Hundehaufen.

Und doch macht es Sinn, gegen die berufsdeutschen Hampelmänner aktiv zu werden. Aus einem einfachen Grund: Noch der lächerlichste Nazi ist schlicht und einfach eine Gefahr für jeden, der sich zur falschen Zeit am falschen Ort befindet und aus welchen Gründen auch immer in sein ausgeprägtes Feindbild passt. Und auch wenn Halle sicherlich nicht als Hochburg organisierten Nazitums gelten kann, es ist einfach richtig, ihnen ihre öffentlichen Darbietungen – seien sie noch so peinlich – zu vermiesen. Was zwar deren Größenwahn nicht heilen wird, uns aber zumindest etwas bessere Laune verschafft.

Es kann bei genauerer Betrachtung der Naziaufmärsche der letzten Jahre in Halle nur eine Begründung für den neuerlichen Auflauf geben: Sie glauben, sie hätten nichts mehr zu verlieren. Es gilt, ihnen diesen Zahn möglichst schmerzhaft zu ziehen. Oder, wie wir es beim letzten Mal formuliert haben: Man muss den Trotteln ihre Auftritte versauen, um sich danach wieder ungestört der Kritik der Verhältnisse widmen oder einfach nur in Ruhe ein Bier trinken zu können. Also: Spiel’s noch einmal, Sam!

Antifaschistische Gruppen Halle (10/2009)

Hintergrund

Für den 07.11. mobilisieren nicht nur die Locals der JN, sondern ebenfalls die Bundes-JN und einige „freie“ oder „halbfreie“ Strukturen. Es soll der zentrale Aufmarsch zum Thema Wendejubiläum werden, das Motto: „Wir sind das Volk“. Es ist davon auszugehen, dass eine relativ hohe Teilnehmerzahl erreicht wird, zumindest im Vergleich zu den letzten Aufläufen in Halle, auch wenn die Diskussionen über die Anzahl demolierter Naziautos bei vergangenen Aufmarschversuchen und die Mitwirkung gepiercter Aktivisten im Mobilisierungsvideo, die in Nachbereitungsthreads rechter Onlineforen geführt werden, für sich sprechen.

Infos zum Nazitreffpunkt und zur Route

Die Route der Nazidemo steht noch nicht fest. Es ist zu vermuten, dass sie aufgrund des „Lichterfestes auf dem Marktplatz“ nicht am Hallmarkt starten werden, wohin sie bisher mobilisieren.
Startzeit ist 11 Uhr, ebenfalls zu beachten ist der Aufruf der Nazis, in Gruppen mit der Bahn anzureisen und zu Fuß zum Startpunkt zu laufen.

Informationen zur Route werden veröffentlicht, sobald genaues bekannt ist.

Infos zu Gegenaktivitäten

Anreisenden wie auch den Leuten aus Halle sei empfohlen, sich im Raum Halle über Radio zu informieren. Die Erfahrung sagt, dass die (Vor-Ort)-Liveberichterstattung des lokalen Radiosenders Corax (UKW 95,9) bei solchen Anlässen sehr aktuell und informativ ist.

Am Tag des Naziaufmarschs wird es ein Infotelefon geben, außerdem einen Ticker, mit dessen Hilfe Ihr die aktuellen Infos per Handy abrufen könnt, wenn dieses die WAP/Internet-Funktion unterstützt. Telefonnummer und Adresse des Tickers werden am Morgen des 07.11. hier veröffentlicht.

Die berühmte hallesche Zivilgesellschaft bietet Gegendemonstranten zahlreiche Infopunkte bzw. Anlaufstellen in der Innenstadt. Fest steht, dass es auch Anlaufpunkte im Umfeld des Hauptbahnhofs (z.B. Riebeckplatz) geben wird. Eine Übersicht über Infopunkte und Kundgebungsorte wird hier spätestens sieben Tage vorm Aufmarsch veröffentlicht.

Stadtplan der halleschen Innenstadt

Hier ein paar Orientierungshilfen für den Bereich der Innenstadt:
zur interaktiven Karte auf zur interaktiven Karte auf map24.com
[Stadtplan – JPG-Format]
[Stadplan – PDF-Version]

Versorgung, Abendprogramm und Übernachtung

Eine Versorgung zumindest mit heißem Tee an der (Protest-)Strecke ist geplant :-). Wenn Leute einen Platz zum Übernachten brauchen, weil sie das kulturelle Abendprogramm im Warmen nach dem Aufmarsch genießen möchten oder einen weiten Anreiseweg haben – kein Problem! Meldet Euch einfach vorher per Mail.

Werbeanzeigen

Die rechtsextreme KMOB schwingt seit dem 11.10.2009 erneut die Opferkeule.
Keine neue Strategie, sich immer gut bürgerlich zu geben und hinter der Fasade doch gern verfassungsfeindlich, antisemitisch und rassistisch zu sein.

Dieser Text soll ein Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit der KMOB, bezüglich eines Naziaufmarsches in Berlin am 10.10.2009 geben.

Hintergrund
Anlass des Aufzuges war ein Brandanschlag auf eine rechtsextreme Kneipe in Berlin. Das Lokal „Zum Henker“ wurde mit Molotowcocktails beworfen, welche jedoch die Kneipe verfehlten.
Beim versuch die Täter zu stellen, stellte sich einer der Nazis vor das fahrende Auto und wurde dabei überfahren. Momentan liegt dieser im künstlichen Koma.
Aus rechtsextremen Kreisen, machen die Nazis weiterhin Linke für den Anschlag verantwortlich, obwohl bereits 2 Täter gefasst wurden, welche sogar in unregelmäßigen Abständen die Kneipe „Zum Henker“ besuchten.

Vor inzwischen mehr als 10 Monaten, wurde das alternative Jugendzentrum „Maquis“ von dem einschlägig bekannten Neonazi Marcel Stechert niedergebrannt. Am 02. April 2009 um 09.00 Uhr wird der Prozess gegen den rechtsextremen Täter stattfinden, nachdem der erste Termin vom 19. März 2009 ausgefallen ist.

Am neuen Prozesstermin soll gegen den Aktivisten der so genannten „Kameradschaft Märkisch Oder Barnim“ (KMOB) verhandelt werden. Er war schon in der Vergangenheit des Öfteren durch diverse rassistische Gewaltdelikte aufgefallen. Nun muss er sich für den verheerenden Brand vor dem Amtsgericht Bad Freienwalde verantworten, welchen er in der Nacht vom 12. Juni zum 13. Juni 2008, zusammen mit dem Nachwuchsnazi Mike Schmidt, in dem Jugendzentrum „Maquis“ legte. Dieses wurde durch den Brandanschlag vollkommen zerstört und inzwischen ist an seinem ehemaligen Standort nur noch eine Leere zu sehen.

„Der Prozess, ist ein wichtiger Anlass, bei dem wir zeigen werden, dass nichts vergessen ist! Aktiver Antifaschismus vor Ort ist wichtiger denn je. Wir werden weiterhin nach dem Prinzip „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ handeln. Die Zerstörung des „Maquis“ wird nur der Wind gewesen sein! Auch diesmal wird vorsorglich darüber informiert, sodass es nach dem genannten Prozess kurzfristig zu kleineren Programmanpassungen kommen kann.“ So Lena Serath, Pressesprecherin der Antifa Bad Freienwalde.

Es wird weiter dazu aufgerufen, an dem öffentlichen Prozess teilzunehmen, um zu verdeutlichen, dass es nicht egal ist, wenn ein linkes Jugendzentrum niedergebrannt wird und solche Täter in Freienwalde nicht toleriert, geschweige denn akzeptiert werden!

Quelle: Antifa Bad Freienwalde

Der Zugtreffpunkt für Berliner_innen: Berlin-Gesundbrunnen um 6:39 Uhr auf Gleis 9!!

Bad Freienwalde – Am Donnerstag den 19.03.2009 um 9.00 Uhr muss sich Marcel Stechert, Aktivist der so genannten “Kameradschaft Märkisch Oder Barnim“ (KMOB), vor dem Amtsgericht Bad Freienwalde wegen Brandstiftung verantworten.

Der einschlägig bekannte Neonazi Stechert, der schon in der Vergangenheit des Öfteren durch rassistische Gewaltdelikte aufgefallen ist, legte in der Nacht vom 12.06.2008 zum 13.06.2008 im Alternativen Jugendzentrum ”Maquis” einen Brand, sodass dieses vollständig zerstört wurde. Am 30.06.2008 gestand er die Tat auf der Bad Freienwalder Polizeiwache, am darauf folgenden Tag wurde er einem Haftrichter vorgeführt und wieder entlassen.

Die Brandstiftung wird zwar als fahrlässig geahndet, was in den Augen der Betroffenen als ungerechtfertigt empfunden wird, doch ist der massive Schaden, welcher entstanden ist, Grund genug ein nicht mildes Urteil zu erwarten. Inzwischen wurde das “Maquis“ vollkommen abgerissen. Die Zerstörung der Räumlichkeiten war für alle alternativen, politisch engagierten Jugendlichen ein schwerer Rückschlag, auf dem Weg der Politisierung Gleichaltriger und Interessierter in Bad Freienwalde.Der gesamte Hintergrund des Vorfalls ist momentan noch relativ untransparent. Zwar war der Täter geständig, aber zog die Aussage wenig später wieder zurück. Über den wirklichen Tathergang soll die Gerichtsverhandlung Klarheit schaffen.Lena Serath, Pressesprecherin der Antifa Bad Freienwalde, betont: “Auch fast 9 Monate nach der Tat, bezog Bürgermeister Ralf Lehmann immer noch keine öffentliche Stellung zu dieser Thematik. Angeblich sei der rechtsextremistische Hintergrund dieser Straftat noch nicht ersichtlich, doch das konsequente Schweigen ist offensichtlich ein Versuch diesen Vorfall gewollt zu vertuschen, was wir nicht unbeantwortet lassen werden. Seit längerer Zeit ist zu beobachten, dass nicht nur eine zunehmende Organisierung, sondern auch eine regelrechte Gewaltbereitschaft gegenüber vermeintlich politischen Gegnern existiert.“

Weiterhin erklärt sie: “Die örtliche Informationspolitik der Stadt Bad Freienwalde zu diesem Fall ist keineswegs akzeptabel und stellt ein wesentliches Problem dar.“

Wir rufen daher dazu auf, an dem öffentlichen Prozess teilzunehmen, um zu verdeutlichen, dass es nicht egal ist, wenn ein linkes Jugendzentrum niedergebrannt wird und solche Täter in Freienwalde nicht toleriert, geschweige denn akzeptiert werden!

Vom 09. März 2009 bis zum 23. März 2009 kommt die Ausstellung „Von Menschen, Ansichten und Gesetzen. Rostock-Lichtenhagen – 10 Jahre danach“ ins Offi (Berliner Str. 75 in Bad Freienwalde). Zur Eröffnung wird ab 19 Uhr der Film „The true lies in Rostock“ gezeigt.

Organisiert von der Antifa Bad Freienwalde mit freundlicher Unterstützung vom Jugend-, Kultur-, Bildungs- und Bürgerzentrum „OFFi“.

Ausstellung

Die Ausstellung erinnert an die rassistischen Ausschreitungen vor nunmehr 16 Jahren und vermittelt die heute noch relevanten Aspekte weiter. Die Zusammenhänge werden erkennbar, die rechtsextreme Gewalt unter ähnlichen Rahmenbedingungen wiederholbar machen würden.

Die Ausstellung zeigt, dass solche Ereignisse nicht einfach über uns kommen. Es ist immer das Handeln oder Nichthandeln von Menschen, das zu solchen Ereignissen führt. Wir wollen eigenes Handeln oder Nichthandeln hinterfragen.

Begleitbroschüre

Die Begleitbroschüre „Trauma einer Stadt“ liefert umfangreiches Hintergrundwissen zur Wanderausstellung. Die Broschüre findet ihr [hier].

Film

Die Videoproduktion „The Truth lies in Rostock“ ist eine Montage von Videomaterialien, gedreht aus den angegriffenen Häusern, aus Interviews mit Antifaschist_innen, den vietnamesischen Vertragsarbeiter_innen, der Polizei, mit Bürokraten, Neonazis und Anwohnern. Sie entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse in Rostock-Lichtenhagen im attackierten Wohnheim befanden. Die Produktion zeichnet sich vor allem durch ihren authentischen, kritischen Charakter aus.

Am 06.12.2008 fand im Berliner Stadtteil Lichtenberg eine Nazidemo mit ca. 700 Personen statt. Der graue Alltag zeigt sich leider nicht anders außer, das diesmal auch lokale Neonazis aus Bad Freienwalde anwesend waren. Neben Robert Gebhardt (Kameradschaft Märkisch Oder Barnim) nahm auch Nico Seifert (ebenfalls KMOB) an der Demonstration für ein nationales Jugendzentrum teil. Robert Gebhardt hielt, während der Demonstration, ein Transparent mit der Aufschrift „Jung-National-Deutsch-Sozialistisch – Für eine deutsche Jugend mit Zukunft!“, während sich Nico Seifert an einem

nico_seifert Transparent mit der Aufschrift „Vorwärts zur deutschen Revolution“ von der JN beteiligte. Die JN (Junge Nationaldemokraten) ist die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD.

Am darauf folgenden Sonntag, den 07.12.2008 kahm es im Berliner Mommsenstadion zu der Begegnung zwischen den Tennis Borussia Berlin und dem BFC Dynamo Berlin (Der Tagesspiegel berichtete). In mitten der Dynamo-Fans, welche einschlägig bei Polizei und gegnerischen Fankulturen wegen ihrer gewaltbereitschaft und ihren offenen rechtsextremen Handlungen bekannt sind, befand sich auch hier der Bad Freienwalder Neonazi Robert Gebhardt. Während der Partie kahm es, wie nicht anders zu erwarten, zu Ausschreitungen der Dynamo-Fans. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden insgesamt 58 Personen festgenommen.

Quelle: Bündnis gegen Antisemitismus Bad Freienwalde

Vom 24.11.2008 bis zum 05.12.2008 findet im Bad Freienwalder Jugendzentrum OFFI die Ausstellung „Aus Nachbarn wurden Juden? statt. Eröffnet wurde diese mit einem Vortrag und anschließender Diskussionsrunde.

Gestern, am 25.11.2008 wurde das Theaterstück „Die Ermittlung“ welches sich auf eine Zeugenaussage des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, der zwischen 1963 und 1965 stattfand fortgeführt, bei dem ca. 150 BesucherInnen teilnahmen.

„An manchen Tagen wurden bis zu 20.000 Menschen vergast, verbrannt und erschossen. Es waren ältere Menschen, Frauen und Kinder.“ Dieser Spruch wurde, während der Veranstaltung, mehrmals an das junge Publikum weitergegeben.
 
5Nach der Aufführung gab es eine anschließende Diskussionsrunde, an der sich leider nur ein kleiner Teil des Publikums beteiligte. Die Theatergruppe kritisierte hier massiv das Verhalten einiger Jugendlicher im Umgang mit der deutschen Geschichte. So hantierte ein Teil des Publikums mit dem Handy herum oder lachte lautstark während der Aufführung. Ein junges Mädchen gab darauf hin an, das ihr die geschichtlichen Ereignisse egal sein, da sie es sowieso nicht mehr ändern könne.

„Es gehe nicht darum die Geschichte zu ändern, sondern aus aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Es geht um Respekt und die Anerkennung gegenüber Menschen, die nicht in das Weltbild von Neonazis passen“, so ein Mitglied der Theatergruppe. Sie machten außerdem auf das Erstärken rechtsextremer Parteien wie der NPD und der DVU aufmerksam.

Bilder der Ausstellung „Aus Nachbarn wurden Juden“:

Zitat234